Brief der Ministerin zum Schuljahresbeginn

Sehr geehrte Eltern, sehr geehrte Sorgeberechtigte,
am kommenden Montag startet das neue Schuljahr. Ein Schuljahr, das wie kein anderes geprägt ist von den Erfahrungen, die wir alle in den ver-gangenen Monaten gesammelt haben. Sie als Eltern und Sorgeberechtigte haben Enormes geleistet, haben Familie, Beruf und Homeschooling unter einen Hut gebracht. Ihnen und uns allen ist in den vergangenen Wochen und Monaten sehr deutlich geworden, wie wichtig die Schule nicht nur als Ort des Lernens, sondern als Ort des Lebens ist. Und so freuen sich Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern, Lehrkräfte, Schulleiterinnen und Schulleiter darauf, dass das neue Schuljahr in der Schule beginnt. Für das Schuljahr 2020/2021 gilt: Wir wollen so viel Schule in Schule wie möglich machen, für unsere Schülerinnen und Schüler, für ihre Familien, für unsere Gesellschaft. Denn: Unsere Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf Bildung und es ist unsere gesamtgesellschaftliche Verantwortung, dass sie dieses Recht auch verwirklichen können.
Sie können sich sicher sein: In den vergangenen Wochen und Monaten haben Lehrkräfte, Schulleiterinnen und Schulleiter, die Schulaufsicht, die Schulträger und das Ministerium intensiv darauf hingearbeitet, dass der Start in das Schuljahr 2020/2021 gelingt, dass der kommende Montag einen positiven Aufbruch in ein neues Schuljahr markiert. Das soll auch für diejenigen Schülerinnen und Schüler gelten, die in den Phasen des häuslichen Lernens nicht die Lernfortschritte erzielen konnten, die man im
2 regulären Unterricht erwartet hätte. Deshalb haben wir gemeinsam mit den Kommunen in den beiden letzten Ferienwochen mit der „Sommerschule Rheinland-Pfalz“ ein bundesweit einmaliges Angebot durchgeführt, das auf große Resonanz gestoßen ist.
Unser Ziel ist, dass nun alle Kinder und Jugendlichen mit Zuversicht in das kommende Schuljahr gehen können. Die Lehrerinnen und Lehrer werden gerade in der ersten Zeit sorgfältig beobachten, wo ggf. noch Lerninhalte aus dem vorangegangenen Schuljahr aufzuarbeiten sind, damit niemand zu kurz kommt.
Am Montag starten wir in allen Schulen mit dem Regelbetrieb – natürlich unter Corona-Bedingungen. Diese Entscheidung wurde in Abstimmung mit unseren Gesundheitsexpertinnen und –experten getroffen, die uns dafür grünes Licht gegeben haben. Für die Lehrkräfte, die noch nicht wieder im Präsenzunterricht tätig sein dürfen, wird es Vertretungen geben. Das Land stellt die dafür benötigten Mittel bereit.
Schülerinnen und Schülern, die aufgrund einer Vorerkrankung noch nicht in die Schule kommen dürfen, wird das Lernen zuhause ermöglicht.
Oberstes Gebot wird weiterhin sein, die Infektionszahlen in einem engen Rahmen zu halten. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass zumindest regional begrenzt auch in Rheinland-Pfalz vorübergehend teilweise oder vollständige Schulschließungen erforderlich werden.
Damit darauf alle bestmöglich vorbereitet sind, haben wir vor und in den Sommerferien unseren Schulen umfassende Informationen als Planungsgrundlage zur Verfügung gestellt. Die Schulen haben sich basierend darauf auf drei mögliche Szenarien vorbereitet:
 Regelbetrieb ohne Abstandsgebot
 eingeschränkter Regelbetrieb mit Abstandsgebot
 und temporäre Schulschließung
Sie haben für alle drei Szenarien Konzepte entwickelt. Denn: Wir starten im Regelbetrieb, dennoch müssen wir – je nach Infektionsgeschehen – auch auf Einschränkungen vorbereitet sein. Für Sie als Eltern, für unsere Schülerinnen und Schüler sowie für unser gesamtes pädagogisches wie nicht-pädagogisches Personal ist sehr wichtig:
Sollte es noch einmal zu einem der beiden anderen Szenarien kommen, sind die Schulen im Land vorbereitet. 3 Dazu trägt auch bei, dass unsere Schulen in der Zwischenzeit ihre Möglichkeiten und Kompetenzen im Bereich des digitalen Lernens weiterentwickelt haben. Lehrkräfte haben
sich mit großem Engagement in der Nutzung der digitalen Werkzeuge weitergebildet und Konzepte entwickelt. Das Pädagogische Landesinstitut hat in den Sommerferien viele Angebote dazu gemacht, die in hohem Maße von unseren Lehrkräften angenommen wurden.
Der DigitalPakt Schule gibt uns zudem die Möglichkeit, diese Entwicklung finanziell wirksam zu unterstützen. Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der sich Bund, Länder und Kommunen angemessen beteiligen müssen. Mit dem DigitalPakt Schule wollen Bund und Länder gemeinsam die Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik verbessern. Ich bin sehr froh, dass wir in diesem Rahmen den Schulträgern Mittel zur Verfügung stellen konnten, damit auch Schülerinnen und Schüler ausgestattet werden, die zu Hause nicht über ein digitales Endgerät verfügen.
Aber es geht nicht nur um Geräte und Technik. Es geht auch um Unterrichtsmedien und -materialien und pädagogische Konzepte. Deshalb haben wir mit den Mitteln des DigitalPakts Schule auch Lizenzen für digitale Unterrichtsmedien beschafft, die den Schulen in Kürze zur Verfügung stehen werden.
In den Zeiten des eingeschränkten Schulbetriebs vor den Sommerferien hat sich gezeigt, dass die Schulen und die Lehrkräfte auch Unterstützung brauchen, um die Verzahnung von Präsenz- und Fernunterricht zu optimieren. Daher haben wir gemeinsam mit dem Pädagogischen Landesinstitut eine Handreichung zum Thema „Lernen gestalten
im Präsenz- und Fernunterricht“ entwickelt, die für alle Schularten nutzbar ist.
Sie enthält eine didaktische Einordnung, konkrete praktische Hinweise zur Steuerung und sinnvollen Verzahnung von Präsenz- und Fernunterricht, Aufgabenformate, Beispiele für Leistungsfeststellung und -beurteilung sowie Anregungen für die Zusammenarbeit mit den Eltern. Ergänzt wird alles das durch praktische Beispiele und Links zu weiteren Informationen.
Liebe Eltern und Sorgeberechtigte, wir werden nicht nur beständig das Infektionsgeschehen im Auge behalten, sondern auch weiter daran arbeiten, unsere Schulen in ihrer Bildungs- und Erziehungsarbeit
wirksam zu unterstützen. Ihre Kinder, unsere Schülerinnen und Schüler und damit die 4 nächste Generation, stehen im Mittelpunkt unseres Handelns: Ganz gleich, auf welche Szenarien wir uns einstellen müssen, unser Ziel ist und bleibt, dass Ihre Kinder die bestmögliche Bildung erhalten.
Lassen Sie uns daran gemeinsam mit den Schulen und gemeinsam mit Ihnen arbeiten – im Sinne Ihrer Kinder und im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler.
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Stefanie Hubig