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Hüttenzauber und Höhenangst – auf den Spuren des Weltkulturerbes

Von Frank Wartner

Wie man vor hundert Jahren Eisen herstellte und welchen schwierigen Bedingungen die Arbeiter in der Völklinger Hütte ausgesetzt waren, durften die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9a und 9b der Realschule plus Konz auf einer zweistündigen Führung durch das Weltkulturerbe erfahren.

Organisiert von Chemielehrerin Christiane Steidel konnten die beiden Klassen einen interessanten Einblick in die Geschichte der Eisengewinnung im Saarland erhalten. Dabei wurde allen schnell klar, dass die vier Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft die bestimmenden Kräfte im Industriezeitalter waren. Von der Gebläsehalle, wo ein Modell die Bedeutung der Luftzufuhr für die Verhüttung veranschaulichte, über die Besichtigung eines Schrägaufzuges, bis hin zu den Hochöfen konnte der Weg vom Eisenerz zum flüssigen Metall nachvollzogen werden. Für den schulinternen Foto-Wettbewerb entstanden ganz nebenbei eine Vielzahl eindrucksvoller Bilder in der Anlage der ehemaligen Völklinger Hütte. Manch einer musste gar seine Höhenangst überwinden, als es galt, die Aussichtsplattform in einer Höhe von vierzig Metern zu erreichen.

„Wir haben das Thema zwar ausführlich in Chemie behandelt, aber hier ist mir erst so richtig klar geworden, wie gefährlich die Arbeit an den Hochöfen war“, meinte Robin Schlecht am Ende der Führung. Kein Wunder, denn beim Abstich waren die Beschäftigten, von denen etliche während der Weltkriege ausländische Zwangsarbeiter waren, Temperaturen von 2000 Grad ausgesetzt.

So konnte den Schülern an einem beeindruckenden außerschulischen Lernort ein fächerübergreifendes Erlebnis geboten werden, das den Unterricht nachhaltig ergänzt hat. Es bleibt nur die Frage offen, wer den vom Förderverein für Fotovoltaik gesponserten Wettbewerb um das beste Foto zum Thema „Kraftmaschinen im Wandel der Zeit“ gewinnen wird. Wahrscheinlich ist das aber eine Frage der Perspektive.

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